Eine Bilanz weit über das Programm hinaus

Der Münchner Sender 95.5 Charivari hat Anfang Oktober Bilanz seines Auftritts auf dem Oktoberfest 2026 gezogen, und die Zahlen sprechen für sich: 19,2 Millionen Aufrufe auf Instagram innerhalb von 30 Tagen, im Schnitt rund 100.000 Aufrufe pro Episode. Laut der von RADIOSZENE veröffentlichten Pressemeldung ist das kein Zufall. Das Konzept war von Anfang an darauf ausgelegt, zwischen drei Räumen zu wandern: dem Radioprogramm, dem Festzelt und den sozialen Netzwerken.

Smartphone filmt ein Hochkantvideo neben einem mobilen Radio-Sendeset auf einem Volksfest

Eine tägliche Challenge als roter Faden

Statt klassischer Wiesn-Berichterstattung entwickelte der Sender den "Wiesn-Crashout", eine tägliche Challenge auf dem Festgelände. "Wir wollten weg von der klassischen Berichterstattung", erklärt Programmleiter Heiko Seeringer. Moderator und Influencer Thommy Berglmeir stellte dem Wiesn-Team jeden Tag eine Aufgabe oder musste selbst eine lösen. Wer verlor, musste blind mit dem Fahrgeschäft Skyfall fahren.

Jede Episode funktionierte auf mehreren Ebenen. Das Radio kündigte sie an und begleitete sie, das Publikum im Zelt erlebte sie live, und als Video lief die Geschichte auf Instagram, TikTok und weiteren Plattformen weiter. Ein paar Beispiele:

  • Morgenmoderator Lucas Dombo musste beim morgendlichen Run auf die Zelte als Erster in der Bräurosl sein;
  • auf der Bühne des vollen Zelts fragte er Pia Wörz, ob sie seine neue Co-Moderatorin in der Morgensendung werden wolle, und sie sagte Ja;
  • Thommy Berglmeir musste vor 8.000 Bräurosl-Gästen mit links ein Fass anstechen.

Die Inhalte mit der größten Reichweite

Die erfolgreichste Episode lieferte Reporterin Jelena, deren Aufgabe es war, mit möglichst vielen Prominenten anzustoßen: Ihr Clip mit Comedian und Moderator Oliver Pocher ging mit 362.000 Aufrufen viral. Auch außerhalb der eigenen Kanäle sorgte sie für Lacher, mit einem fingierten Live-Interview bei MÜNCHEN TV, bei dem ihr die Antworten per Knopf im Ohr diktiert wurden und alle eingeweiht waren außer ihr. Wie jedes Jahr war das meistgesehene Reel aber der Besuch von Arnold Schwarzenegger mit 1,7 Millionen Aufrufen.

Möglich machte das die Partnerschaft mit dem Pschorr Bräurosl-Zelt, das als Bühne, Studio und Treffpunkt diente. Für Verkaufsleiterin Eva Reiß buchen Werbepartner damit nicht mehr nur einen Spot, sondern werden Teil von Inhalten, die gehört, gesehen und geteilt werden.

Was das für Webradios bedeutet

Dein Webradio hat nicht die Mittel eines großen Münchner Senders, aber die Mechanik lässt sich im Kleinen übertragen. Die wichtigste Erkenntnis: Ein wiederkehrendes, einfaches und verspieltes Format, das von Anfang an für Audio und Hochkantvideo gedacht ist, bringt viel mehr Reichweite als eine lineare Reportage. Ein paar Ideen für dich:

  • Tu dich mit einem lokalen Event zusammen (Festival, Messe, Stadtfest), das Ort, Publikum und Kulisse liefert.
  • Entwickle ein kurzes, wiederholbares Format mit klarer Regel und einer kleinen, lustigen Strafe.
  • Filme konsequent mit, was im Programm passiert, und bereite es für Social Media auf.
  • Biete Partnern eine Einbindung in die Inhalte statt nur einer Werbebotschaft.

Wie der Sender es zusammenfasst: Das Radio wird zum Startpunkt einer Geschichte, die vor Ort erlebt wird und auf dem Smartphone weitergeht.

Quelle: RADIOSZENE

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