Ein starker September für das Online-Hören

Der Herbststart hat dem Digitalradio in Frankreich gutgetan. Nach der zertifizierten Messung der ACPM kamen die von ihr erfassten Radios und Webradios im September 2026 auf 236 Millionen aktive Hörvorgänge in Frankreich. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 4 % – ein Tempo, das bestätigt: Das Live-Hören von Radiostreams im Internet wächst weiter, und zwar weit über die Ferienzeiten hinaus.

Die Messung ist breit aufgestellt: Mehr als 1.600 Radios und Webradios sind enthalten. Das Frankreich-Ranking nach Sendern listet genau 1.638 Angebote, von den großen nationalen Stationen bis zu kleinen Themenstreams. Damit ist es eine der umfassendsten Momentaufnahmen des digitalen Live-Hörens im Land.

Ein Hörer hört zu Hause auf dem Sofa Webradio mit Kopfhörern

Die großen Marken bleiben vorn

Wenig überraschend wird die Tabellenspitze weiter von den etablierten Sendern besetzt. France Inter führt das Markenranking mit knapp 34 Millionen aktiven Hörvorgängen an. Im Ranking nach Sendern kommt der öffentlich-rechtliche Sender auf 33,2 Millionen, vor RTL (26,9 Millionen), franceinfo (19,6 Millionen) und RMC (18,5 Millionen). Europe 1 und NRJ folgen mit 9,9 beziehungsweise 9,4 Millionen.

Auf Gruppenebene liegt Radio France mit 79,6 Millionen aktiven Hörvorgängen klar vorn, vor der RTL-Gruppe (38,1 Millionen), der NRJ-Gruppe (33,3 Millionen) und dem Verbund Les Indés Radios (28,1 Millionen). Die Zahlen zeigen: Der Großteil des Online-Volumens entfällt weiterhin auf Marken, die bereits über UKW und DAB+ stark sind.

Themenstreams erobern sich ihren Platz

Das Ranking zeigt außerdem eine spannende Entwicklung: Thematische Ableger, die online verbreitet werden, schieben sich zwischen die terrestrischen Sender. FIP Cultes erreicht Platz 21 mit rund 1,64 Millionen aktiven Hörvorgängen, Skyrock Klassiks Platz 25 mit gut einer Million. Etwas weiter unten kommen Fip Groove, Fip Rock und 100% Grosses Têtes jeweils auf mehrere Hunderttausend Hörvorgänge.

Diese Ergebnisse belegen, dass ein klar erkennbarer Stream mit Fokus auf ein Musikgenre oder eine bestimmte Welt online sein Publikum finden kann – selbst gegen Vollprogramme, die seit Jahrzehnten auf Sendung sind.

Was das für dein Webradio bedeutet

Wenn du ein unabhängiges Webradio betreibst, kannst du aus diesen Zahlen einige konkrete Schlüsse ziehen:

  • Der Markt wächst: Ein Plus von 4 % in einem Jahr heißt, dass sich neue Hörerinnen und Hörer an Radio per Stream gewöhnen. Der Kuchen wird größer – und damit gibt es Platz für neue Anbieter.
  • Die Nische ist eine tragfähige Strategie: Die besten Themenstreams zeigen, dass ein präzises, stimmiges Programm Hörer bindet.
  • Eine zertifizierte Messung ist ein Argument: Wenn du in einem anerkannten Ranking auftauchst, kannst du Werbekunden und Partnern glaubwürdige Zahlen vorlegen.
  • Sichtbarkeit bleibt entscheidend: Gegen die großen Marken musst du in Verzeichnissen, Aggregatoren, Apps und auf smarten Lautsprechern präsent sein, um entdeckt zu werden.

Und schließlich erinnert der „Long Tail“ des Rankings mit mehr als 1.300 Streams unter 40.000 aktiven Hörvorgängen pro Monat daran, dass die meisten Webradios von treuen Communitys leben und nicht von Massenreichweite. Genau hier kannst du dich abheben: mit einem verlässlichen Programm, einem technisch sauberen Stream und einem direkten Draht zu deinen Hörern.

Quelle: La Lettre Pro

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