Am 8. Oktober 2026 hat der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), die in Bayern für den privaten Rundfunk zuständig ist, die Verlängerung seines DAB+-Förderkonzepts beschlossen. Vor dem Hintergrund von wirtschaftlichem Druck und wachsender Konkurrenz durch Plattformen informierte sich das Gremium außerdem über die Innovationsförderung für reine DAB+-Programme und über die bereits laufenden Ausschreibungen für 2027.
Eine Förderung, die sich an den UKW-Kosten orientiert
Im Mittelpunkt steht die Transformations-Anreiz-Förderung (TAF), die gezielt die digitale Transformation der bayerischen Privatradios unterstützen soll. Ihr Prinzip ist ungewöhnlich: Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Kostenverhältnis zwischen UKW- und DAB+-Verbreitung.
- Simulcast-Programme (UKW und DAB+): Je nach Kostenbelastung im UKW-Netz können sie bis zu 50 Prozent Förderung für ihre DAB+-Verbreitung erhalten. Davon profitieren vor allem Sender in ländlichen Regionen, wo das UKW-Netz teurer ist.
- Reine DAB+-Programme: Sie bekommen 60 bzw. 90 Prozent ihrer Verbreitungskosten erstattet, als Ausgleich für die schwierigere Refinanzierung.
Die Mittel für die TAF stammen vom Freistaat Bayern.

Fünf Sender für kreative Audioprojekte gefördert
Bei der zweiten Vergabe der DAB-Only-Innovationsförderung im Jahr 2026 wurden fünf Sender für kreative Audioprojekte ausgewählt: Radio Augsburg, 089Kult, Radio Gong 96.3 Ingolstadt, Radio Schwaben und Radio 2Day.
Für 2027 laufen mehrere Ausschreibungen parallel. Die Programmförderung mit dem Schwerpunktthema "Echte Begegnungen – starke Regionen" nimmt Bewerbungen bis zum 2. November an. Auch die Ausschreibungen für die Innovationsförderung und die DAB-Only-Förderung 2027 sind offen.
Eine Aufsicht, die sich als Begleiter versteht
BLM-Präsident Thorsten Schmiege sieht das private Radio vor einem gigantischen Veränderungsprozess. Ihm zufolge geht es darum, die bayerischen Sender dabei nicht allein zu lassen, ob bei Programmqualität, Innovation oder zukunftsgerichteter Verbreitung. Die Förderung soll helfen, den digitalen Wandel zu bewältigen, neue Angebote zu entwickeln und vor allem lokale Sender mit relevanten Inhalten für die Menschen vor Ort zu sichern.
Was das für Webradios bedeutet
Das Programm gilt nur für bayerische Sender, zeigt aber einen Trend, den du kennen solltest. Für diese Aufsicht ist ein rein digital verbreitetes Programm kein Angebot zweiter Klasse: Es kann einen erheblichen Teil seiner Verbreitungskosten erstattet bekommen und Innovationsförderung erhalten. Der TAF-Mechanismus erinnert zudem daran, dass die Verbreitungskosten für kleine Anbieter eine große Hürde bleiben und dass die öffentliche Hand sie ausgleichen kann.
Wenn du mit deinem Webradio über einen Platz in einem DAB+-Multiplex nachdenkst, lassen sich einige Lehren ziehen:
- Informiere dich über bestehende lokale oder regionale Förderungen, bevor du die digitale terrestrische Verbreitung budgetierst.
- Setz auf Nähe: Diese Förderungen honorieren Programme, die einer Region nutzen, und echte Begegnungen mit dem Publikum.
- Denk in Ergänzungen: DAB+ kommt zum Online-Hören hinzu, ohne es zu ersetzen, und beide Wege können sich gegenseitig stärken.
Quelle: RADIOSZENE