Castro wechselt erneut den Besitzer
Die Podcast-App Castro hat einen neuen Eigentümer. Laut Podnews, das die Änderung im App-Store-Eintrag der App bei Apple entdeckt hat, gehört sie jetzt Maple Media, einem Unternehmen, dessen Geschäftsmodell der Kauf bestehender Apps ist. Es ist nicht der erste Zukauf in diesem Bereich: Maple Media hatte bereits Player FM im April 2020, Podkicker im Juli 2020 und Breaker im Februar 2022 übernommen.
Castro hatte schon im Januar 2024 den Besitzer gewechselt, als Dustin Bluck die App von Tiny, einer Risikokapitalgesellschaft, kaufte. Podnews hat ihn nach eigenen Angaben um einen Kommentar gebeten. Bluck hatte kürzlich im Firmenblog einen nachdenklichen Text über unabhängige Podcast-Apps veröffentlicht, die er selbst als sterbend bezeichnete.

Ein deutlich schrumpfender Anteil
Die Zahlen stützen diese Einschätzung. Für eine Keynote bei The Podcast Show in London hat Podnews die Podcast-Downloads in Großbritannien über drei Jahre ausgewertet. Der Anteil unabhängiger Apps sank von 38 Prozent im Jahr 2024 auf 36 Prozent im Jahr 2025 und schließlich auf 31 Prozent im Jahr 2026. Das Hören konzentriert sich also immer stärker auf die großen Plattformen.
Podnews schlägt einen Weg vor, um den Trend umzukehren: Diese Apps könnten einen Anteil an den Werbeeinnahmen von Podcasts erhalten und im Gegenzug bessere Statistiken liefern. Andernfalls, so die Einschätzung, bliebe ihnen gegenüber den Großen womöglich nur ein echter Vorteil: das Überspringen von Werbung.
Apple konkretisiert seine technischen Vorgaben
Parallel dazu hat Apple im Portal Apple Developer eine Dokumentation zur Erstellung von HLS-Streams für Apple Podcasts veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass der Dienst Audio in AAC-LC mit 192 kbit/s und 48 kHz bevorzugt und 5.1-Surround-Sound unterstützt. Das ist deutlich besser als das im Podcasting noch verbreitete MP3 mit 128 kbit/s und spiegelt wider, dass immer häufiger über Fernseher und leistungsstarke Audioanlagen gehört wird.
Weitere nützliche Details: An Apple Podcasts ausgelieferte m3u8-Playlists unterstützen normale HTTP-Weiterleitungen. Damit lassen sich externe Messtools wie OP3, Podtrac, Magellan AI oder Podscribe einsetzen. Automatische Downloads sind standardmäßig reine Audiodateien, und ein User-Agent namens Scout sollte nicht als gültige Wiedergabe gezählt werden.
Was das für dein Webradio bedeutet
Viele Webradios verlängern ihre Sendungen als Podcast. Der Rückgang alternativer Player verringert die Vielfalt der Zugangswege und verstärkt die Abhängigkeit von den großen Plattformen, deren Regeln für alle gelten. Drei Gewohnheiten helfen dir dabei:
- Breit aufstellen: Bleib auf den großen Plattformen sichtbar, aber behalte deine eigene Website, deinen eigenen Player und deine Einträge in Verzeichnissen.
- Auf Audioqualität achten: Apples Empfehlungen zeigen, dass die Messlatte steigt. Eine hochwertige AAC-Kodierung wird für On-Demand-Inhalte zum Mindeststandard.
- Sauber messen: Dank der Unterstützung von Weiterleitungen kannst du unabhängige Statistik-Tools nutzen, solange du technische Abrufe ausschließt, die keinem echten Hören entsprechen.
Über die Zukunft der App sagt der Verkauf von Castro derzeit nichts aus. Er zeigt aber einen Trend, den unabhängige Audioproduzenten aufmerksam verfolgen sollten.
Quelle : Podnews