Das französische DAB+-Netz wächst weiter. Am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, hat der Sendernetzbetreiber TDF 22 neue Sender an 18 Standorten im französischen Mutterland in Betrieb genommen. Sie verbreiten die beiden nationalen Multiplexe M1 und M2, in denen die landesweiten Programme im digitalen Hörfunk gebündelt sind. Das Ziel ist ein doppeltes: eine bessere Versorgung entlang der großen Verkehrsachsen und ein besserer Empfang in mehreren mittelgroßen Städten, die bislang schwächer abgedeckt waren.

Autobahnen zuerst

Diese Ausbaustufe richtet sich vor allem an Autofahrer. TDF nennt die Strecken, deren Abdeckung sich verbessert:

  • A75, mit Sévérac-le-Château (Aveyron) und Massiac (Cantal);
  • A88, mit Falaise-Villers (Calvados);
  • A77 und A19, mit Montargis-Amilly und Lorraine, Gien-Arrabloy (Loiret) und Pouilly-sur-Loire (Nièvre);
  • A64, mit Lannemezan-Peyrehitt (Hautes-Pyrénées);
  • A20, mit Razès Les Prades (Haute-Vienne);
  • A28, mit Alençon-St Germain (Orne);
  • A85, mit Huismes (Indre-et-Loire).

Für Hörer am Steuer lässt sich das auf ein Wort bringen: Kontinuität. Weniger Aussetzer, seltener der Wechsel zurück auf UKW und stabiler Digitalklang auf langen Fahrten.

Sendeturm auf einem Hügel mit zwei Technikern an seinem Fuß

Sechs Regionen besser versorgt

Abseits der Autobahnen verbessert sich der Empfang der nationalen Programme in mehreren Gegenden: Bayeux, Falaise und Alençon in der Normandie; Montargis, Gien und Huismes in Centre-Val de Loire; Nevers und Cosne-sur-Loire in Bourgogne-Franche-Comté; Brive-la-Gaillarde in Nouvelle-Aquitaine; Lodève, Saint-Chély-d'Apcher und Lannemezan in Okzitanien. Je nach Standort mussten die Teams teilweise schweres Gerät einsetzen, etwa Kräne oder Hubschrauber.

Pascale Varnière, Leiterin des Geschäftsbereichs Audiovisuelles bei TDF, beschreibt diesen Schritt als Fortsetzung des landesweiten DAB+-Ausbaus und hebt das Engagement der Programmanbieter für das Digitalradio hervor.

Was das für Webradios bedeutet

Ein Webradio wird nicht über M1 oder M2 verbreitet, die den zugelassenen nationalen Programmen vorbehalten sind. Betroffen ist es trotzdem. Jeder zusätzliche Sender macht DAB+ für Autohersteller und Käufer von Empfangsgeräten sichtbarer und verschärft den Wettbewerb im Fahrzeug, dem traditionellen Revier von UKW. Ein reiner Online-Anbieter bleibt im Auto über vernetzte Systeme und eingebaute Apps erreichbar, doch entscheiden werden einfacher Zugang und Streamqualität.

Ein paar konkrete Ansätze für dich:

  • Kümmere dich um das mobile Hören: Biete einen Stream mit niedriger Bitrate an (etwa HE-AAC), der dort durchhält, wo 4G schwächelt, also genau in den Gebieten, in denen DAB+ vorankommt.
  • Sei auf den Aggregatoren präsent, die im Auto genutzt werden, damit du neben den großen nationalen Sendern auftauchst.
  • Behalte die lokalen Multiplexe im Blick: Die französische Regulierungsbehörde Arcom vergibt sie Gebiet für Gebiet, und sie können unabhängige Sender aufnehmen. Hat dein Webradio eine starke lokale Identität, lohnt es sich, diese Ausschreibungen zu verfolgen.

Ein Ausbau, der Fahrt aufnimmt

Die Inbetriebnahme ist Teil des nationalen DAB+-Ausbauplans und fällt in eine Phase, in der sich die Ankündigungen häufen: Auch Radio France hat Ende Oktober neue Sender für seine Programme vorgestellt. Vergleichbar mit dem digitalen Antennenfernsehen ermöglicht DAB+ kostenloses Hören in Digitalqualität, ergänzt um Informationen und Bilder zu den Sendungen, als Ergänzung zu UKW.

Es ersetzt das Online-Hören nicht, verändert aber dessen Umfeld. Hörer haben im Auto immer mehr kostenlose Optionen. Damit sie ein Webradio statt eines nationalen Senders wählen, brauchen sie einen klaren Grund: ein Programm, das es anderswo nicht gibt, ein starkes Profil und Zugang mit einem Fingertipp.

Quelle: TDF