Kanadas Privatsender schließen sich der Allianz an

Die Canadian Association of Broadcasters (CAB), der Verband der privaten Rundfunkanbieter Kanadas, hat am Dienstag, 27. Oktober 2026, ihren Beitritt zu Radio Ready bekanntgegeben. Die internationale Allianz will sicherstellen, dass Radio auf den Bildschirmen vernetzter Autos sichtbar, zugänglich und leicht auffindbar bleibt.

Radio Ready wurde 2025 von der Bauer Media Group und dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Radio gemeinsam mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU) gegründet und zählt inzwischen weltweit mehr als 40 Mitglieder, die zusammen über 10.000 Radiosender vertreten. Der Beitritt der CAB folgt auf den der US-amerikanischen National Association of Broadcasters (NAB) im Juli und stärkt das Gewicht der Allianz in Nordamerika.

Auto auf einer Waldstraße im Herbst mit einem Sendemast im Hintergrund

Warum Armaturenbretter den Radios Sorgen machen

Die Hersteller verbauen immer digitalere und komplexere Infotainment-Systeme. Für Sender ist das Risiko klar: Wenn man sich durch mehrere Menüs klicken muss, um einen Sender zu erreichen, oder wenn Radio hinter anderen Apps verschwindet, leidet die Nutzung. Radio Ready will deshalb in den Gesprächen mit Autoherstellern, Technologieplattformen und der Politik mit einer Stimme sprechen.

In Kanada geht es um mehr als ums Geschäft. Radio ist Teil des nationalen Warnsystems für die Bevölkerung und informiert bei Waldbränden, Unwettern und anderen Notfällen. Kevin Desjardins, Präsident und CEO der CAB, betont diese Rolle als öffentlicher Dienst: Je komplexer die Armaturenbretter werden, desto wichtiger sei ein einfacher Zugang zum Radio. Er erinnert außerdem daran, dass sich die Menschen in Kanada auf kostenloses, lokales Radio verlassen, um verlässliche Informationen zu bekommen, wenn es darauf ankommt.

Auf Seiten von Bauer Media sieht Tobias Nielsen, CEO von Bauer Media Audio Denmark und Vizepräsident für strategische Partnerschaften der Gruppe, in der internationalen Unterstützung ein starkes Signal für eine Zukunft, in der Radio im Auto zugänglich und prominent platziert bleibt.

Was das für Webradios bedeutet

Radio Ready setzt sich in erster Linie für das Rundfunkradio ein, doch der Kampf um Sichtbarkeit im Auto betrifft Webradios genauso. In einem vernetzten Auto entscheiden die Oberfläche und ihre Darstellung, was der Fahrer zuerst sieht. Ein Sender, der auf dem Bildschirm nicht zu finden ist, verliert Hörer – egal ob er über UKW, DAB+ oder nur online verbreitet wird.

  • Behalte die Prominence-Debatte im Blick: Der Platz des Radios in den Fahrzeug-Oberflächen wird gerade mit den Herstellern verhandelt, und diese Entscheidungen prägen auch das Umfeld, in dem Online-Streams angeboten werden.
  • Schaffe mehrere Zugänge: Einträge in Aggregatoren, Kompatibilität mit Android Auto und Apple CarPlay, Präsenz auf Sprachassistenten.
  • Setz auf Lokales und Nützliches: Das in Kanada vorgebrachte Argument des öffentlichen Dienstes zeigt, dass lokale Informationen ein echtes Unterscheidungsmerkmal bleiben.
  • Pflege dein Erscheinungsbild und deine Metadaten: Ein klarer Name und ein gut lesbares Logo erleichtern die Auswahl auf dem Touchscreen.

Die Bewegung breitet sich von Kontinent zu Kontinent aus: Für dich als Webradio-Macher ist jetzt der richtige Moment, zu prüfen, ob sich dein Sender von jedem Armaturenbrett aus mit einem Fingertipp starten lässt.

Quelle : Cartt.ca