Spotify hat Culture Next 2026 veröffentlicht, seine jährliche Studie zur Generation Z. Sie umfasst drei Lebensphasen: Schülerinnen und Schüler von 14 bis 18 Jahren, Studierende von 19 bis 23 Jahren und junge Berufstätige von 24 bis 29 Jahren. Die zentrale Erkenntnis betrifft alle, die Audio im Netz produzieren: Bei den Jüngsten verschwimmt die Grenze zwischen Hören und Schauen eines Podcasts in hohem Tempo.
Video gewinnt im Podcast an Boden
Laut der Plattform legt sich die Gen Z nicht mehr unbedingt im Voraus auf ein Format fest. Sie wechselt je nach Inhalt zwischen Audio und Video. Bei den jüngsten Mitgliedern werden auf Spotify inzwischen drei von fünf Podcast-Streams als Video statt nur als Audio genutzt. In den vergangenen 18 Monaten ist der Videoanteil an ihren Podcast-Streams um 107 % gestiegen.
In Frankreich sind die Motive eindeutig: 63 % der befragten jungen Menschen schauen Video-Podcasts, um tiefer in ihre Lieblingsthemen einzutauchen, und 52 % nutzen sie, um sich weniger allein oder stärker verbunden zu fühlen. Ein weiterer aufschlussreicher Wert: 46 % empfinden ihre Beziehung zu Creatorn auf Spotify als persönlicher als in sozialen Netzwerken.

Leidenschaften im Zentrum der Identität
Die Studie betont die Rolle von Musik und Audio für die eigenen Leidenschaften. In Frankreich sind drei von fünf Gen-Z-Mitgliedern auf Spotify überzeugt, dass das, wovon sie Fan sind, immer im Mittelpunkt ihrer Identität stehen wird. 70 % halten die auf der Plattform verbrachte Zeit für gut investiert, und zwei von drei sagen, dass sie ihr Fan-Erlebnis im Alltag bereichert.
Dieses Hören begleitet oft andere Aktivitäten. Weltweit ist Gaming die wichtigste Interessenkategorie der Jüngsten, die es um 10 % häufiger nennen als TV, Kino, Unterhaltung oder Sport. In Frankreich sehen 53 % der jungen Berufstätigen Fitness als Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen, und nicht nur als Gesundheitsthema. Auf Spotify hat sich die Zahl der von dieser Generation erstellten "Aura"-Playlists innerhalb eines Jahres verdreifacht.
True Crime und Paranormales gegen die Unsicherheit
Culture Next 2026 zeigt außerdem, dass Emotionen das Hören steuern. Wenn die Zukunft unsicher erscheint, greifen mehr als 40 % der Gen Z auf Spotify zu True Crime, Horror oder Paranormalem. Diese Genres werden dann dreimal so häufig gewählt wie die Kategorie "Religion und Spiritualität" und fast doppelt so oft wie Persönlichkeitsentwicklung. Die Gründe unterscheiden sich je nach Alter:
- Schülerinnen und Schüler kommen vor allem aus Neugier, etwa über Creepypasta, Paranormales oder Kriminalpsychologie;
- Studierende hören mit 81 % höherer Wahrscheinlichkeit als die Jüngsten True Crime, um ihre Ängste zu beruhigen;
- junge Berufstätige nutzen es fast doppelt so häufig, um abzuschalten.
Was das für dein Webradio bedeutet
Für dein Webradio heißt das nicht, dass du Audio aufgeben solltest. Aber wer Menschen unter 30 ausschließlich Audio anbietet, geht zunehmend ein Risiko ein. Du kannst dein Studio bei einer Vorzeigesendung filmen, einzelne Sendungen als Video veröffentlichen oder kurze Ausschnitte schneiden: So folgst du einem Publikum, das sich frei zwischen den Formaten bewegt.
Die Studie erinnert auch an die Kraft der Community. Ein Themen-Webradio rund um ein Musikgenre, Gaming oder Sport hat gute Chancen, ein Ort der Zugehörigkeit zu werden und nicht nur ein weiterer Stream. Sendungen, in denen Hörerinnen und Hörer zu Wort kommen, feste Termine und Nähe zu den Moderatoren beantworten das Bedürfnis nach Verbindung, das mehr als die Hälfte der befragten jungen Franzosen äußert.
Und schließlich zeigt die Beliebtheit von True Crime und Mystery-Geschichten, dass es eine echte Nachfrage nach erzählerischen Inhalten gibt. Eine Episodenreihe, die du als Podcast und als Video veröffentlichst, verlängert das Leben deines Programms weit über die Live-Ausstrahlung hinaus.
Quelle : La Lettre Pro