Das öffentlich-rechtliche Radio in Frankreich baut sein Digitalnetz weiter aus. Seit dem 27. Oktober sind 21 neue DAB+-Sender von Radio France in Betrieb. Damit können rund 700.000 zusätzliche Hörerinnen und Hörer France Inter, franceinfo, France Culture, France Musique, FIP und Mon petit France Inter digital empfangen. Die Erweiterung betrifft vor allem mittelgroße Städte und ihr Umland, abseits der großen Metropolen, die bereits versorgt waren.
Mittelgroße Städte im Mittelpunkt
Die vom Sender veröffentlichte Liste liest sich wie eine Landkarte der französischen Provinz: Alençon, Bayeux, Brive-la-Gaillarde, Melun, Millau, Montargis, Nevers, Romorantin-Lanthenay, Amboise und Villers-Cotterêts gehören zu den neu versorgten Gebieten, dazu kleinere Orte wie Le Caylar, Marvejols, Razès oder Sévérac-d'Aveyron. Und es geht weiter: Dieppe, Neufchâtel und Vesoul sollen in den kommenden Wochen folgen.
Ob der eigene Ort abgedeckt ist, lässt sich über eine eigene Suchfunktion auf der Website von Radio France prüfen.

Die Argumente für DAB+
Radio France sieht das digital-terrestrische Radio als Ergänzung zu UKW und zum Hören über das Internet, nicht als Ersatz. Der Sender nennt vier Vorteile:
- ein klarerer und stabilerer Klang bei gutem Empfang;
- kostenloses Hören ohne Internetverbindung und ohne mobile Daten;
- Sender, die du direkt am Namen erkennst, ganz ohne Frequenzsuche;
- ein größeres Angebot und, je nach Gerät, Zusatzinfos zum Programm auf dem Display.
Parallel dazu ist seit dem 26. Oktober auch Mon petit France Inter auf DAB+ zu hören, das Kinderprogramm des Hauses, das die Kindersendungen der verschiedenen Wellen bündelt.
Was das für Webradios bedeutet
Wenn du ein Webradio betreibst, zeigt diese Meldung einmal mehr: Live-Radio wird heute auf mehreren Wegen gleichzeitig gehört. Das stärkste Argument von DAB+ gegenüber dem Streaming ist, dass es kein Datenvolumen verbraucht. Das zählt im Auto und überall dort, wo das Mobilfunknetz lückenhaft ist. Je stärker die großen nationalen Programme digital-terrestrisch vertreten sind, desto selbstverständlicher werden kompatible Autoradios und Empfänger, und desto mehr gewöhnen sich die Leute daran, einen Sender über seinen Namen statt über eine Frequenz auszuwählen.
Darin liegt auch eine Chance. Lokale Multiplexe nehmen regelmäßig freie und unabhängige Radios auf, und manche Webradios mit starker regionaler Verankerung können überlegen, sich bei Ausschreibungen der französischen Regulierungsbehörde Arcom zu bewerben. Bleibst du ausschließlich online, solltest du genau das pflegen, was DAB+ in den Vordergrund rückt: einen klaren Namen, saubere Metadaten (aktueller Titel, Logo, Beschreibung) und eine Präsenz auf Aggregatoren und smarten Lautsprechern, wo Hörer ihren Sender ebenfalls per Sprache oder Namen suchen.
Wettbewerb auch über die Klangqualität
Und schließlich: Wenn stabiler Digitalklang in mittelgroßen Städten ankommt, steigen die Ansprüche der Hörer. Ein zu stark komprimierter oder wackliger Stream schneidet im Vergleich schlecht ab. Eine für Mobilgeräte passende Bitrate, ein hochwertigerer Stream fürs Hören zu Hause und eine durchgehende Verfügbarkeit bleiben die beste Antwort der Webradios auf diese Aufwertung der terrestrischen Verbreitung.
Quelle: Radio France