Eine Studie, die Radio und On-Demand-Hören verbindet
Das Forschungsinstitut Strategic Solutions Research hat seine Podcast Study 2026 veröffentlicht, eine Befragung von 1.205 Podcast-Nutzern im Alter von 18 bis 54 Jahren. Ziel ist es zu verstehen, wie sich Radio und Audio auf Abruf gegenseitig befruchten. Die erste Erkenntnis: Beide Nutzungsweisen schließen sich keineswegs aus. 74 % der Befragten hören mindestens einmal pro Woche ein Lokalradio, 46 % sogar täglich. Nur 7 % geben an, nie Radio zu hören.
Wenn du ein Webradio betreibst, zeigt dir diese Zahl: Podcast-Fans sind kein verlorenes Publikum für deinen Livestream. Oft sind es dieselben Hörer, die je nach Tageszeit zwischen den Formaten wechseln.

Der Moderator bleibt der wichtigste Grund zum Einschalten
Die Studie unterstreicht, wie stark Stimme und Persönlichkeit wirken. Unter den Befragten mit einem Lieblingspodcast nennen 81 % den Host als wichtigen oder sogar einzigen Grund für ihre Treue. Bei den täglichen Radiohörern ist er für 24 % die einzige Motivation. Am meisten geschätzt werden Authentizität und Nähe (30 %), die Vielfalt an Themen und Stimmen (30 %) sowie der Präsentationsstil (26 %). Die Hälfte der Befragten würde eine Sendung hören, um mit dem Moderator in Kontakt zu treten.
Dieser direkte Draht lässt sich noch verbessern: 29 % meinen, echten Kontakt zu ihrem Moderator zu haben, 26 % berichten von einer positiven Erfahrung und 7 % haben nie eine Antwort bekommen.
Werbung: Vom Moderator gelesen wirkt sie stärker
Bei der Vermarktung ist das Ergebnis eindeutig. Unter den täglichen Radiohörern sagen 47 %, dass eine vom Moderator gelesene Botschaft ihre Entscheidung, ein Produkt auszuprobieren oder zu kaufen, stark beeinflusst. Bei einem vorproduzierten Spot sind es 34 %. Bei regelmäßigen Hörern steigert eine Empfehlung des Moderators die Aufmerksamkeit (54 %), die Markenerinnerung (56 %) und das Vertrauen (49 %).
Allerdings droht eine Übersättigung: 54 % finden Podcasts zu werbelastig, 46 % haben innerhalb eines Jahres mehr Werbung bemerkt und 21 % hören deshalb weniger. Gelegentliche Radiohörer überspringen Werbung zu 59 %, regelmäßige zu 48 %.
Fünf Minuten, um zu überzeugen
Für 55 % der regelmäßigen Radiohörer reichen fünf Minuten oder weniger, um zu entscheiden, ob sie einen neuen Podcast weiterhören. Die häufigsten Abbruchgründe sind langweilige Gespräche, überflüssige Intros und Wiederholungen. Ein Drittel der Befragten gibt einer Sendung nach einer enttäuschenden ersten Erfahrung keine zweite Chance. Entdeckt werden Inhalte vor allem über Freunde und Familie (57 %) und soziale Netzwerke (51 %), weit vor den Plattformen (23 %).
Was das für Webradios bedeutet
- Stimmen in den Vordergrund stellen: Ein erkennbarer Moderator, der in sozialen Netzwerken präsent ist, zieht stärker als eine anonyme Playlist.
- Die ersten Minuten pflegen: Kürze die Intros deiner Podcasts und Wiederholungen und komm schnell zur Sache.
- Auf gelesene Botschaften setzen: Für lokale Partner wirkt eine Ansage mit der Stimme des Moderators stärker als ein Spot, solange die Zahl der Werbeblöcke begrenzt bleibt.
- Eine Community aufbauen: 55 % der täglichen Hörer würden einem kostenlosen VIP-Club beitreten und 44 % würden eine E-Mail ihres Moderators öffnen. Die Studie empfiehlt exklusive Inhalte, Events und limitierte Serien.
Ein letzter Ansatz: Von den Podcast-Nutzern, die nicht jede Woche Radio hören, haben 75 % es schon einmal gehört. Ein gut moderierter Podcast kann also zur Eintrittstür werden, um diese Hörer zurück zum Live-Programm zu holen.
Quelle : La Lettre Pro