Am 6. Oktober 2026 hat Médiamétrie seine Studie L'Année Audio 2025-2026 vorgestellt, einen Überblick darüber, wie die Menschen in Frankreich Radio, Musik und Podcasts hören. Erste Erkenntnis: Audio gehört für 83 Prozent der 15- bis 80-Jährigen zum Alltag, das sind 43 Millionen Menschen pro Tag und 50 Millionen im Monat. Hinter diesen Gesamtzahlen beschreibt die Studie immer stärker gemischte Gewohnheiten, und das ist für dich als Webradio-Macher eine wertvolle Information.

Radio behält den größten Anteil der Hörzeit

Mit 53 Prozent der Audio-Hörzeit liegt Radio klar vor dem Musikstreaming (34 Prozent). Es erreicht täglich 66 Prozent der Franzosen und monatlich 96 Prozent, verteilt auf rund 1.000 Sender im Land. Jeder Hörer verbringt im Schnitt 2 Stunden und 47 Minuten pro Tag damit. Um 8 Uhr hören fast 12 Millionen Menschen zu, davon 7 Millionen eine Nachrichten-Morgensendung eines landesweiten Senders.

Auch die Treue ist hoch: Ein Hörer schaltet im Schnitt an 13 von 20 Werktagen ein, und 26 Prozent der Hörer hören an jedem einzelnen Wochentag Radio. Bei den über 50-Jährigen hören 73 Prozent täglich.

Klassisches Radiogerät auf einem Regal neben einem Smartphone, das Audio abspielt, in einem Wohnzimmer

Digital legt zu, vor allem bei Jüngeren

Laut Médiamétrie läuft bereits 27 Prozent der Radio-Hörzeit über ein digitales Gerät, allen voran das Smartphone. Insgesamt machen On-Demand-Inhalte 53 Prozent der täglichen Audio-Hörzeit aus, Live-Angebote 47 Prozent, und 77 Prozent der Hörer kombinieren beides innerhalb eines Monats. Bezahlangebote kommen auf 25 Prozent der Hörzeit, vier Punkte mehr als vor drei Jahren.

Der Unterschied zwischen den Generationen ist deutlich. Bei den 25- bis 34-Jährigen liegt der On-Demand-Anteil bei 77 Prozent, und das Handy vereint 53 Prozent der Audio-Hörzeit, gegenüber 40 Prozent bei allen 15- bis 80-Jährigen. Bei den 15- bis 24-Jährigen entfallen 86 Prozent der Hörzeit auf Musik, und 68 Prozent entdecken neue Titel über soziale Netzwerke. Die 50- bis 80-Jährigen dagegen hören 70 Prozent zu Hause und 54 Prozent über ein klassisches Radiogerät.

Podcasts wachsen weiter

Fast jeder zweite Franzose (48 Prozent) hört jeden Monat Podcasts, neun Punkte mehr als vor drei Jahren. Das Publikum ist aufmerksam: 68 Prozent überspringen keine Passagen, 77 Prozent erhöhen die Abspielgeschwindigkeit nicht. Außerdem geben 47 Prozent der täglichen Podcast-Hörer an, oft die Videoversion zu wählen. Französische Podcasts kommen im Schnitt auf mehr als 170 Millionen Abrufe oder Downloads pro Monat weltweit, 82 Prozent davon in Frankreich.

Was das für Webradios bedeutet

Die Studie bestätigt, dass Live-Radio stark bleibt, die Hörer sich aber frei zwischen Radio, Streaming und Podcast bewegen. Für deine Webradio ergeben sich daraus einige konkrete Ansätze:

  • Denk zuerst an Mobilgeräte: Wenn die 25- bis 34-Jährigen mehr als die Hälfte ihrer Hörzeit am Handy verbringen, sind ein schneller Player und eine optimierte Hörseite unverzichtbar.
  • Verlängere Live-Sendungen als Podcast: Wenn du Sendungen und Rubriken zum Nachhören anbietest, erreichst du auch alle, die lieber on demand hören.
  • Setz auf feste Termine: Die von Médiamétrie gemessene Treue zeigt, dass regelmäßige Sendungen zur festen Uhrzeit Gewohnheiten schaffen.
  • Nutze soziale Netzwerke, um jüngeren Hörern dein Musikprogramm näherzubringen.
  • Probier Video aus bei einigen Wortformaten, denn ein Teil der Podcast-Hörer bevorzugt die gefilmte Version.

Wie Cécile Bertrand, Audio-Direktorin bei Médiamétrie, zusammenfasst, „ergänzen sich die Nutzungen eher, als dass sie sich ersetzen". Eine gute Nachricht für Webradios, die digital geboren sind und sich in dieser hybriden Welt ganz natürlich zu Hause fühlen.

Quelle: La Lettre Pro de la Radio

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